Der BRK-Kreisverband Kelheim baut in eigener Verantwortung ein flächendeckendes Netz von Helfer-vor-Ort-Systemen auf. Neun Systeme sollen das gesamte Kreisgebiet mit seinen 24 Städten, Märkten und Gemeinden abdecken. Getragen werden sie von den BRK-Bereitschaften vor Ort.
Das Vorhaben geht allein vom Kreisverband aus. Es setzt weder Beschlüsse der Kommunen noch deren Beteiligung voraus: Maßstab ist die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung im jeweiligen Gebiet.
Zwei Systeme sind in Dienst, die übrigen befinden sich in Vorbereitung oder in Umsetzung. Diese Seite zeigt den jeweils aktuellen Stand und benennt für jedes System den Standort, das Einsatzgebiet, die tragende Bereitschaft und die Ansprechperson.
Helfer vor Ort sind ehrenamtliche Einsatzkräfte des Roten Kreuzes, die in ihrem Einsatzgebiet wohnen oder arbeiten. Sie ersetzen den Rettungsdienst nicht, sondern überbrücken die Zeit bis zu dessen Eintreffen.
Zwischen dem Notruf und dem Eintreffen des Rettungsdienstes vergeht Zeit, in der die betroffene Person unversorgt bleibt. Dieses therapiefreie Intervall fällt in ländlich geprägten Gebieten mit weiten Anfahrtswegen länger aus als in Städten. Bei Herz-Kreislauf-Stillstand, starken Blutungen oder Bewusstlosigkeit entscheidet gerade diese Spanne über den weiteren Verlauf. Helfer vor Ort verkürzen sie, weil sie ortsnah verfügbar und in der Regel deutlich früher an der Einsatzstelle sind.
Die Alarmierung erfolgt ausschließlich durch die Integrierte Leitstelle und immer parallel zum regulären Rettungsmittel. Es handelt sich um keine eigenständige Rettungskette: Notarzt und Rettungswagen werden unverändert disponiert. Die Helfer vor Ort erhalten den Einsatzauftrag zeitgleich und melden der Leitstelle die ersten Feststellungen an der Einsatzstelle. Mit dem Eintreffen des Rettungsdienstes geht die Versorgung an dessen Personal über.
Die Einsatzkräfte verfügen über eine sanitätsdienstliche Ausbildung und werden regelmäßig fortgebildet. Sie sind in der Anwendung eines automatisierten externen Defibrillators, in der Herz-Lungen-Wiederbelebung und in der Erstversorgung von Notfallpatienten geschult. Die verbindliche Mindestqualifikation und den Umfang der wiederkehrenden Fortbildung legt der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Landshut im Rahmen der Anerkennung des Systems fest.
Der Aufbau einer Ersthelfergruppe liegt beim Kreisverband und der örtlichen Bereitschaft. Er folgt in allen neun Gebieten demselben Ablauf.
Der Kreisverband wertet Hilfsfristen, Einsatzaufkommen und Anfahrtswege aus und legt fest, welche Kommunen eine Ersthelfergruppe gemeinsam versorgt.
Die örtliche BRK-Bereitschaft übernimmt die Ersthelfergruppe. Sie stellt die Einsatzkräfte und klärt Unterbringung, Fahrzeug und Finanzierung.
Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Landshut entscheidet über die Anerkennung und legt den Ausrückebereich sowie die Alarmierungskriterien fest. Ohne diese Zustimmung erfolgt keine Alarmierung über die Integrierte Leitstelle.
Die Einsatzkräfte werden ausgebildet und in die Abläufe eingewiesen. Parallel werden Fahrzeug, Notfallrucksack, Defibrillator und Funkausstattung beschafft und die Alarmierungstechnik eingerichtet.
Nach Abnahme der Ausstattung und Aufschaltung auf die Integrierte Leitstelle nimmt die Ersthelfergruppe den Betrieb auf. Einsatzzahlen und Verfügbarkeit werden fortlaufend ausgewertet.
Für alle Anliegen zum Aufbau der Helfer-vor-Ort-Systeme im Landkreis Kelheim steht die Sammeladresse hvo(at)kvkelheim.brk(dot)de zur Verfügung. Anfragen werden an die jeweils zuständige Ansprechperson weitergeleitet.
Wer sich als Einsatzkraft beteiligen möchte, benötigt Wohn- oder Arbeitsort im jeweiligen Ausrückebereich, eine sanitätsdienstliche Ausbildung oder die Bereitschaft, diese zu erwerben, sowie zeitliche Verfügbarkeit für Bereitschaften und Fortbildungen. Wir informieren über den Ablauf der Ausbildung und die weiteren Voraussetzungen und vermitteln den Kontakt zur zuständigen Bereitschaft.
Fahrzeuge, medizinische Ausstattung und Ausbildung werden zu wesentlichen Teilen aus Spenden und Zuwendungen finanziert. Unternehmen, Vereine und Privatpersonen, die ein System in ihrer Region unterstützen möchten, können sich über die genannte Adresse an uns wenden. Auf Wunsch weisen wir eine Zuwendung einem bestimmten System zu.
Der Aufbau erfolgt in eigener Verantwortung des Kreisverbands und ist nicht an Beschlüsse der Kommunen gebunden. Über den Stand im eigenen Gebiet, den Zuschnitt des Einsatzgebiets und die zuständige Bereitschaft geben wir Auskunft; auf Wunsch stellen wir das Vorhaben im Gemeinderat vor.
Die Gebietsgrenzen der Karte beruhen auf den Gemeindegrenzen von OpenStreetMap; die Urheberschaft liegt bei den OpenStreetMap-Mitwirkenden, die Daten stehen unter der Open Database License (ODbL). Die Einwohnerzahlen geben den Stand vom 31. Dezember 2024 wieder. Der dargestellte Umsetzungsstand wird fortgeschrieben.