Wenn ein medizinischer Notfall passiert, zählt jede Minute. Bis der Rettungsdienst am Einsatzort eintrifft, können gerade in ländlich geprägten Regionen wertvolle Minuten vergehen. Genau hier setzen die Helfer vor Ort – kurz HvO – an.
Der BRK-Kreisverband Kelheim baut deshalb ein flächendeckendes Netz von HvO-Systemen auf. Insgesamt sind neun Systeme vorgesehen, die gemeinsam das gesamte Kreisgebiet abdecken sollen. Drei Systeme in Painten, Mainburg und Abensberg sind bereits in Dienst, weitere befinden sich in Vorbereitung oder Umsetzung.
Warum braucht es Helfer vor Ort?
Bei einem Notruf über die 112 wird über die Integrierte Leitstelle das passende Rettungsmittel alarmiert. Bis ein Rettungswagen oder Notarzt eintrifft, vergeht jedoch eine gewisse Zeit. Diese Zeitspanne wird als “therapiefreies Intervall” bezeichnet.
Gerade bei zeitkritischen Notfällen – beispielsweise bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand, einer Bewusstlosigkeit oder starken Blutungen – kann es entscheidend sein, dass schnell qualifizierte Hilfe vor Ort ist.
Helfer vor Ort wohnen oder arbeiten in ihrem jeweiligen Einsatzgebiet und können dadurch häufig schneller am Notfallort sein. Sie überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes und beginnen – entsprechend ihrer Ausbildung und den jeweiligen Einsatzmöglichkeiten – mit der medizinischen Erstversorgung.
Wichtig ist: Ein Helfer vor Ort ist kein Ersatz für den Rettungsdienst. HVO und regulärer Rettungsdienst werden parallel alarmiert. Die Helfer vor Ort erhalten ihren Einsatzauftrag über die Integrierte Leitstelle. Gleichzeitig werden – je nach Notfallbild – Rettungswagen und gegebenenfalls Notarzt disponiert.
Der HVO kann dadurch die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Sobald der Rettungsdienst eintrifft, übernimmt dessen Fachpersonal die weitere Versorgung.
Warum baut das BRK das System im Landkreis auf?
Der Landkreis Kelheim ist sehr ländlich geprägt. Entfernungen und Anfahrtswege können dazu führen, dass der Rettungsdienst nicht überall gleich schnell vor Ort sein kann.
Das BRK möchte deshalb die vorhandenen Strukturen der örtlichen Bereitschaften nutzen und dort HvO-Systeme aufbauen, wo sie aus Sicht der notfallmedizinischen Versorgung sinnvoll sind.
Dafür betrachtet der BRK-Kreisverband unter anderem Hilfsfristen, Einsatzaufkommen und Anfahrtswege und legt auf dieser Grundlage die jeweiligen Einsatzgebiete fest. Die örtlichen BRK-Bereitschaften übernehmen die Trägerschaft der Systeme und stellen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte.
Ehrenamt als Grundlage
Hinter jedem HVO-System stehen Menschen, die sich freiwillig engagieren.
Die Helferinnen und Helfer sind ehrenamtliche Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes. Sie verfügen über eine sanitätsdienstliche Ausbildung und werden regelmäßig fortgebildet. Dazu gehören unter anderem die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die Anwendung eines automatisierten externen Defibrillators und die Erstversorgung von Notfallpatienten.
Damit das HVO-Netz im Landkreis Kelheim funktionieren kann, braucht es deshalb nicht nur Fahrzeuge und medizinische Ausstattung – sondern vor allem engagierte Menschen, die bereit sind, Verantwortung für ihre Region zu übernehmen.
Wer sich als Helferin oder Helfer engagieren oder den Aufbau eines HvO-Systems unterstützen möchte, kann sich direkt an den BRK-Kreisverband Kelheim wenden.
Kontakt:
hvo(at)kvkelheim.brk(dot)de
Weitere Informationen, den aktuellen Umsetzungsstand und die Übersicht über die einzelnen HvO-Systeme finden Sie auf unserer HVO-Seite:
Helfer vor Ort im Landkreis Kelheim
[Hinweis: Foto mittels KI-generiert]
